Antworten 5-8

Der Anti-Homosexualitäts-Akt 14, welcher von der ugandischen Regierung ins Leben gerufen worden ist, wurde vom Verfassungsgericht gestürzt. Was geschah danach?

Während dieser Akt von den Gerichten für ungültig erklärt wurde, müssen wir leider feststellen, dass aufgrund der Öffentlichkeitswirksamkeit und der Unterstützungsaktionen der Anti-Schwulen-Gruppen, die hauptsächlich aus Politikern und religiösen Gruppen bestanden, viele Ugander bereits die Übergriffe ihrer Bestimmungen zur Belästigung von LGBTQ-Personen, ob angenommen oder nicht, übernommen hatten. Somit hat seine Aufhebung seine Auswirkungen nicht aufgehoben. Willkürliche Verhaftungen von LGBTQ-Personen wurden fortgesetzt, physische brutale Angriffe gingen weiter, wobei sich die Polizei weigerte, verantwortliche Täter anzuhalten. Schließung von Gesundheitszentren, die an folgenden Themen arbeiten:

HIV/AIDS-Betreuung einschließlich LGBTQ-Personen, Verletzung der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit durch rechtswidrigen Abschluss von Veranstaltungen durch LGBTQ-Personen und -Organisationen sowie erzwungene Analuntersuchungen durch staatliche Agenten bei Verhaftung von Personen, die als LGBTQ angenommen werden.

Als Gemeinschaft haben wir uns nicht zurückgelehnt! Durch Verbündete, Bildung und Sensibilisierung der Gemeinschaften und unserer Gemeinschaft, selbst für Menschenrechte, rechtliche Prozesse sowie die gemeinsame Nutzung unserer gelebten Realitäten einzustehen wird dieser Prozess weiter vorangetrieben. Wir sind viel besser gerüstet, um mit den Auswirkungen der von der Regierung vorangetriebenen Homophobie umzugehen.

Wurde danach ein neues Gesetz in den Raum geworfen, welches noch schlimmere Strafen für gleichgeschlechtliche Paare und Co. beinhaltet oder nicht?

Ein vage Formuliertes und weit gefasstes Sexualdeliktgesetz, das am 14. April 2016 im Parlament als privater Mitgliederentwurf der Jugendmitgliedin Monica Amoding unter dem Dach des Frauenparlaments Uganda vorgelegt wurde.

Dieser Gesetzentwurf soll nach seinem Memorandum die Gesetze über Sexualstraftaten, sexuelle Gewalt, die Bestrafung von Vergewaltigern und die Verfahrensberatung bei Sexualstraftaten konsolidieren (beinhalten). Dies wäre ein sehr fortschrittliches Gesetz zum Schutz von Frauen und Kindern vor Vergewaltigung, sexueller Ausbeutung und Belästigung, beinhaltet jedoch Bestimmungen, die einvernehmliches Geschlecht zwischen Erwachsenen des gleichen Geschlechts, Sexarbeitern und mit HIV lebenden Personen kriminalisieren.

Hast du zufälligerweise eine Zahl (%) für uns, wie viele Menschen in Uganda und Afrika der LGBTQ+ Gemeinschaft / Familie angehören?

Wegen des Stigmas, dass mit der Homosexualität verbunden ist und jemand der offen als LBGTQ+ lebt, ziehen es die meisten Menschen vor, privat eher versteckt zu leben, nur für eine kleine Gruppe von Freunden, Familienmitgliedern und dergleichen. Dies macht es schwierig, eine Zahl zu bestimmen, wie viele LGBTQ-Personen in Uganda oder Afrika leben.

Wir wissen jedoch, dass viele unserer ugandischen Kulturen Personen unterschiedlicher sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität kennen und einen Begriff aus der lokalen Sprache für uns haben. Dies beweist, dass wir so lange Teil der Gesellschaft sind wie unsere Sprache und somit kein westlicher Import sind, wie es von schwulenfeindlichen Gruppen behauptet wird.

Was kannst du über die Veränderungen in den letzten 5 Jahren sagen? Wir wissen dass ein Großteil der LGBTQ+ Mitmenschen sehr dankbar für Eure Arbeit ist – denn sie wissen, sie sind nicht alleine. Hat es jedoch positive Veränderungen in Sachen Gesetze und Co. gegeben?

Als Kuchu Times hat unsere Arbeit die Isolation von LGBTQ-Personen, die in einer und Kulturen leben, die unsere Existenz leugneten und gleichzeitig unser Wesen offen kriminalisierten, verändert:

  • Wir haben das Gespräch über Sexualität und Geschlechtsidentität von den schmalen Binärboxen zu einem offeneren und integrativeren Raum geöffnet, der bereit ist, viele Vorurteile aufzuarbeiten und zu entkräften.
  • Die Sicherstellung, dass afrikanische LGBTQ-Personen Zugang zu Informationen über sexuelle Orientierung und Geschlechteridentität haben können, indem sie persönliche Geschichten von afrikanischen und ugandischen LGBTQ-Personen, die innerhalb derselben kulturellen Überzeugungen leben, austauschen, war der Schlüssel zu einem weiteren Wachstum der Befürwortungsarbeit zur Entkriminalisierung der Homosexualität in den Ländern, die diesen Schritt auf dem Kontinent in den letzten Jahren ebenso wie LGBTQ-Bewegungen in ganz Afrika mutig unternommen haben.
  •  Wir haben eine Verbesserung der Berichterstattung in den Mainstream-Medien erlebt, welche Geschichten über LGBTQ-Personen und -Themen behandeln. Wo Boulevardzeitungen, die rücksichtslos LGBTQ Ugander dazu aufforderten, persönliche Informationen zu teilen und zu fordern, können wir nun als Kuchu Times jene Medien beraten, um Geschichten zu überprüfen, bevor sie sie veröffentlichen werden. So können Medien und auch wir als Gemeinschaft jeweils unser Gesicht bewahren.

Als Gemeinschaft haben wir in den letzten Jahren eine vielfältige Organisation und ein tiefes Verständnis der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität geschaffen, sowie die Ausweitung dieser Informationen auf die Gemeinschaften um uns herum und in den Sprachen vor Ort hergestellt.

  • Wir haben unsere eigene Medienplattform eröffnet, die sich über ländliche und städtische LGBTQ-Gemeinschaften erstreckt, wir betreiben eigene LGBTQ-Gemeinschaftskliniken, die vollständig auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Dienstleistungen anbieten. Wir sind voll in die Interessenvertretungsarbeit auf verschiedenen Ebenen eingebunden, sodass es ohne unsere direkte Beteiligung nichts Falsches passiert.

 


Hinweis: Wir übersetzen nach bestem Gewissen und nicht 1 zu 1. Demnach kann es durchaus ein paar Unterschiede zwischen der EN und DE Version geben, jedoch bleibt der Inhalt gleich.

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