Kameras gibt es zuhauf am Markt, doch gibt es auch günstige die zugleich gut sind? Genau diese Frage haben wir uns kürzlich gestellt. Schließlich gab es ja auch die Osterangebote von Amazon. Deshalb haben wir mal nach einer sogenannten Action Cam gesucht. Mit jener soll es möglich sein, schnelle Aufnahmen ohne Hänger aufzunehmen. Mittlerweile gibt es diese Geräte sogar mit Auflösungen von bis zu 4K – 2160p. Genau deshalb haben wir uns für knapp 45 Euro die Campark ACT74 bestellt. Was dieses kleine Teil kann und was nicht, verraten wir euch in der unten stehenden Review. Viel Spaß!

Doch wie immer gilt, der Inhalt zählt – deshalb beginnen wir wie üblich mit den Spezifikationen der Action Cam:

  • Modell: Campark ACT74
  • Gewicht:  44 Gramm ohne Akku und 58 Gramm mit Akku
  • Maße: 59x41x29 mm
  • Akkukapazität 900 mAh
  • 2 Zoll LCD Monitor
  • Kameralinse 170 Grad HD Weitwinkelobjektiv
  • Videoauflösungen: 4K/30FPS, 2,7K/30FPS, 1080p/60FPS, 1080p/30FPS, 720p/90FPS
  • Fotoauflösungen: 16, 12, 10, 8, 5 oder 2 Megapixel
  • USB 2.0
  • Kompatibel ab Windows XP SP3 und Mac OSX ab 10.5
  • Anschlüsse: USB-Port, SD Slot, HDMI Output

An dieser Stelle listen wir euch ebenfalls auf, welches Zubehör der Kamera beiliegt, denn es ist nicht wenig.

  • Action Cam Campark ACT74
  • USB-Kabel
  • 2 Akkus
  • Unterwassergehäuse
  • Lenkerhaltung
  • Bodenbefestigung #1 und #2
  • Helmbasis
  • Feste Basis
  • Jeweils 1x Switch Verbindung #1, #2 und #3
  • Adapter
  • Benutzerhandbuch
  • Band-Drahtseil
  • Bandage
  • Back-Cover für Sound
  • 3 Meter Aufkleber
  • Wischtuch

Hinweis

Eine Speicherkarte solltet ihr baldmöglichst kaufen, denn das Modell hat keinen MB internen Speicher. Für 4K Aufnahmen empfehlen wir mindestens Class10 Micro SDHC Karten mit einer Größe von mindestens 16GB. Laut dem Hersteller funktionieren bis zu 64 GB. In letzter Zeit gab es öfter 32 GB Karten für unter 13 Euro. Dementsprechend plant bitte rund 15-25 Euro für eine Speicherkarte ein. Und nehmt bitte nicht das günstigste Modell, ihr müsst ansonsten die Karte erneut kaufen da die Geschwindigkeit nicht ausreichen wird.

Nachdem ihr nun eure Kamera ausgepackt habt, wird es Zeit den Akku einzulegen. Standardmäßig ist dieser teils geladen und sollte mindestens noch für das Setup reichen. Ihr schaltet also mit dem Knopf auf der Vorderseite die Kamera ein und euch begrüßt das Logo. Anschließend seid ihr bereits im Kamera- bzw. Videomodus. Bei unserer Kamera war es so, dass hier nur Full-HD 1080p eingestellt war. Geht deshalb in die Optionen mittels eines kurzen Knopfdrucks ebenfalls auf den vorderen Knopf.

Nun könnt ihr die Einstellung ändern und eure Wunschauflösung mit FPS auswählen. Bei uns liegt der Schwerpunkt hierbei auf 4K mit 30FPS. Doch Obacht, es gibt eine Vorgängerversion dieser Kamera, diese schafft zwar ebenfalls 4K, jedoch mit weniger FPS. Wir gehen deshalb beim Vorgänger davon aus, dass die Auflösung interpoliert – sprich skaliert ist und nicht wirklich in 3840×2160 aufgenommen wird. Achtet also unbedingt beim Kauf auf das entsprechende Modell.

Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit, 2 Modi einzustellen. Wir haben uns hierfür die 16 Megapixel als Fotokamera und die 4K/30FPS Modi entschieden, mittels eines Klicks können so beide Optionen binnen Sekunden angewählt werden. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, das Datum als Wasserzeichen einzubauen oder gar den Ton zu aktivieren oder abzuschalten. Es kommt ganz darauf an, was ihr möchtet.

Audioqualität

Ohne Gehäuse kann die Audioqualität den Durchschnitt schlagen, ist jedoch bei Weitem nicht das optimale. Entweder sie ist zu laut, oder im schlimmsten Fall ist die Qualität verrauscht. Mit Gehäuse sieht es wiederum anders aus. Da ist kein Rauschen mehr zu hören aber die Umgebungsgeräusche wie Wind und Wetter könnten nicht lauter sein, dafür ist mit Gehäuse eure Stimme teils sehr leise. Das liegt jetzt jedoch weniger an der Kamera, sondern vielmehr am Gehäuse, schließlich schirmt Plastik ab – warum dann Wind und Co durchkommen wissen wir jedoch auch nicht.

Das Plastikgehäuse bietet keine Schlitze, damit Ton durchkommt. Eigentlich logisch, ansonsten wäre sie nicht wasserdicht. Leider fehlt die Option für eine Anpassung der Lautstärke, wirklich schaden, denn bei den Klickgeräuschen von der Kamera, kann man auch zwischen deaktiviert, leise, mittel und laut auswählen, warum nicht also auch eine Option für die Tonaufnahme?

Bildqualität der Campark ACT74 im Videomodus

Erstaunlicherweise ist die Qualität nicht annähernd so schlecht, wie von uns vermutet. Wir haben eigentlich bei 45 Euro nichts erwartet. Doch tatsächlich wurden wir positiv überrascht. Bei einem ruhigen Händchen oder Stativ, bringt die Kamera tatsächlich ein gutes Ergebnis. Selbst in 4K ist es ansehnlich und toppt tatsächlich das ein oder andere günstige Smartphone aus Fernost. Bei geringerer Auflösung verringert sich natürlich die Pixelanzahl, dennoch ist auch hier die Qualität absolut in Ordnung und ausreichend für eine günstige Action Cam. Gerade während Bewegungen sind z. B. einzelne Blätter gut erkennbar und es ist weder etwas verpixelt, noch verschwommen.

Doch hier solltet ihr, bevor ihr filmt, direkt nachjustieren. Wir haben Testaufnahmen mit den Standardeinstellungen der Kamera vorgenommen und diese waren alles andere als natürlich. Genau deshalb haben wir die Helligkeit auf Stufe 3 erhöht und die Farben haben eine wesentlich bessere Qualität bekommen. Wir empfehlen euch deshalb die Helligkeitsstufen 2-3. Damit bekommt ihr qualitative Videos die mehr als nur in Ordnung gehen. Bitte deaktiviert den Standby-Modus des Monitors ebenfalls, ansonsten seht ihr nicht, was ihr filmt. Sofern ihr das nicht benötigt, könnt ihr das Display nach z. B. 30 Sekunden abschalten lassen. Eine blaue LED an der Seite zeigt euch an, dass die Kamera nach wie vor aktiv ist.

Video 1: Weites aufnehmen und nahes zugleich (siehe Steinumrandung) 4K

Video 2. Nun hört ihr etwas und seht etwas schärferes Bildmaterial 4K

Oder wie wäre es mit 1080p Full-HD?

Doch auch während einer Bewegung, eines Sprunges oder beim Rennen erzielt die Videoqualität ein gutes Ergebnis. Doch erwartet nicht das beste Ergebnis, denn das erzielt diese Kamera bei Weitem nicht. Für den Preis ist die Qualität jedoch mehr als nur gut. Ein weiterer Vorteil der Kamera ist natürlich auch jener, dass man mit dieser Unterwasseraufnahmen machen kann. Da das Wetter derzeit nicht zum Baden im See oder Freibad einlädt, gibt es vorerst kein bewegtes Bildmaterial davon, doch in den nächsten Monaten reichen wir es nach.

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte

Doch die Action Cam bietet natürlich auch einen reinen Fotomodus an. Hier stehen verschiedene Auflösungen zur Auswahl. Wir haben uns für die 16 Megapixel entschieden. Diese sollten wie bei uns auch bei euch als reguläre Standardauflösung eingestellt sein. Sofern ihr weniger benötigt, könnt ihr dies natürlich wieder in den Einstellungen anpassen.

Zur Bildqualität können wir nur eines sagen: Die Bildqualität ist absolut ausreichend für Schnappschüsse, Fotowettbewerbe werdet ihr damit jedoch nicht gewinnen. Gerade durch die Fischaugenoptik bedingt durch die Linse kommen Fotos gekrümmt rüber. Aber auch die Bildqualität ist nur Mittelmaß. Ein gewisses Grundrauschen ist stets zu erkennen. Bei Dunkelheit solltet ihr zudem weder filmen noch fotografieren. Selbst mit der integrierten LED werden die Aufnahmen eher schlecht als recht.

Bei guter Belichtung (Sonne, oder gar einer Lichtbox) kommen jedoch passable Schnappschüsse heraus. Ein Zoom ist ebenfalls vorhanden, doch nutzt diesen nicht – es ist ein rein digitaler Zoom und die Bilder werden nochmals schlechter. Geht ebenfalls nicht zu nah an Motive ran, ansonsten ist die Schärfe weg. Ihr seht, das Modell ist tatsächlich auf Videoaufnahmen getrimmt. Irgendwo muss man schließlich Abstriche machen. Ist zwar schade aber jedes Smartphone kriegt bessere Bilder hin und meistens haben wir und ihr wahrscheinlich auch eines in der Hosentasche. Doch natürlich wollen wir euch Bilder nicht vorenthalten. Unterhalb gibt es deshalb eine kleine Galerie mit ein paar Motiven (sowohl gute als auch schlechte Ergebnisse).

App-tastisch?!

Aber stopp, die Campark ACT74 bietet noch mehr. Es ist ein Wlan Chip vorhanden. Mit diesem könnt ihr die Inhalte direkt an euer Smartphone / Tablet (Android, iOS) senden. Doch die Einrichtung war etwas komisch. Normalerweise öffnet ihr in der Kamera die Wlan Seite, geht in der XDV App auf die besagte Kamera, gebt das Passwort ein und im Idealfall verbindet sich die Kamera nun. Tja, bei Android läuft das nicht so – dort müsst ihr erst in die Wlan Einstellungen eures Endgerätes gehen, die Kamera so anwählen, Passwort eingeben und anmelden.

Anschließend klickt ihr euch zurück in die XDV App, wählt hier nun die Action Cam aus und dann klappt es mit dem verbinden. Von dort aus könnt ihr ebenfalls die Kamera steuern. Leider ist das Bild durch das Wlan Netzwerk etwas zeitverzögert, sprich es ist ein Lag vorhanden, der deutlich spürbar ist und das ganze ruckelt zudem. In jener App habt ihr außerdem die Möglichkeit, den Namen der Kamera, das Wlan Passwort und die Auflösungen und Einstellungen der Kamera zu verändern. Es ist tatsächlich angenehmer, als sich durch das Kameramenü zu klicken.

Doch natürlich hat diese App ein weiteres Feature parat. So könnt ihr die Inhalte direkt auf euer Smartphone übertragen. Leider speichert die App die Fotos und Videos standardmäßig auf dem Telefonspeicher. Erst auf eurem Telefon könnt ihr Inhalte auf eure Speicherkarte ziehen. Das ist tatsächlich ein Knackpunkt. Hat man beispielsweise 50GB auf der Speicherkarte frei und nur 5GB auf dem internen Speicher – muss man bei großen Dateien alles Stück für Stück übertragen, verschieben und das nächste Video auswählen. Jene Funktion könnte man tatsächlich implementieren, aber bisher hat der Hersteller der App dies offenbar nicht geplant.

Die gute Nachricht jedoch ist, dass die Übertragung zügig vorangeht und Inhalte dann auf dem Telefon sind. Alles andere wäre jedoch fatal, denn mittels USB Kabel am PC macht die Kamera außer aufladen nichts. Es ist keine Datenübertragung möglich. Wer auch immer so etwas programmiert, sollte nochmals das ABC der Programmierkunst und Usability nachschlagen. Das ist jedoch wieder ein Problem des Kameraherstellers.

Fazit

Doch was können wir nun sagen zu einer Kamera, die knapp 45 Euro kostet, immenses Zubehör hat, gute Videos ausgibt und bei Bildern zu 80% versagt? Für diesen Preis kann man nicht meckern und zugleich nicht mehr erwarten. Würde man das Zubehör wegrechnen, hätte die Kamera wohl einen Preis von rund 20-25 Euro. Unserer Meinung nach ist das für diesen Preis eigentlich eine optimale Qualität. Auch die Verarbeitung des Gehäuses ist gut. Es klappert nichts, die Kamera im Plastikgehäuse hält bombenfest und nichts wackelt.

Wer also gerne filmt, macht hier nichts verkehrt, sollte aber keine iPhone oder Samsung 4K Videoqualität erwarten. Da kommt die Kamera leider nicht ran, doch das muss sie bei dem Preis auch nicht. Da wir keine Freunde von Ref-Links sind, sucht einfach bei z. B. eBay oder Amazon nach der Campark ACT74. Aktuell kostet diese zwar etwas mehr, jedoch ist der Preis zum jetzigen Zeitpunkt bei unter 50 Euro. Selbst das ist in Ordnung.

Habt ihr bereits eine Action Cam in eurem Besitz? Falls ja, welches Modell? Verratet es uns unterhalb in den Disqus oder Facebook oder Vero Kommentaren. Wofür nutzt ihr euer Modell? Welchen Sport oder welche Action betreibt ihr, die eine solche Kamera benötigt?

Campark ACT74 Action Cam

8

Videoqualität

7.9/10

Fotoqualität

5.8/10

Verarbeitung / Quality

9.0/10

Haptik und Software

8.0/10

Preis und Zubehör

9.5/10

Pros

  • 45 Euro sind nicht zu toppen
  • Videos in 4K bei guter Beleuchtung
  • Leicht und passt in jede Tasche
  • Überall zu befestigen

Cons

  • Fotos sind eher durchschnittlich
  • Keine beigelegte Speicherkarte
  • Fischoptik in jedem Foto (Linsenbedingt)
  • Schlechte Übersetzungen
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