Zugegeben, die Schnellsten sind wir bei dieser Review nicht, doch wer sagt, ein Spiel muss direkt zum Release getestet werden? Durch die Verzögerung können wir das Spiel mit den letzten Patches testen und direkt etwas zur Performance auf der PS4 sagen. Wir von Technichub haben uns nun über einen längeren Zeitraum „Sherlock Holmes – The Devils Daughter“ angesehen und ob sich ein Kauf nach wie vor lohnt oder nicht, finden wir unterhalb heraus. Viel Spaß!

Story

Der Spieler übernimmt den Charakter Sherlock Holmes im Spiel und muss sich allerlei Rätseln zuwenden. Diese wollen nicht nur gelöst werden, sondern das lösen jener Rätsel hilft den anderen KI Charakteren, die Story voranzutreiben. So hat jeder „Abschnitt“, jedes „Kapitel“ seine eigene Storyline, welche verfolgt wird.

Zu Beginn des Spiels tritt ein kleiner Junge namens Tom in unser Büro und bittet uns um Mithilfe zwecks seines verschwundenen Vaters. Nimmt der Spieler den Fall an, so beginnt das Spiel, tut er dies nicht, so ist das Spiel eigentlich beendet, denn ansonsten kommt man nicht voran. Doch keine Sorge, es gibt kein Game-Over oder ähnliches – das Spiel nimmt den Fall früher oder später an mithilfe von unserem Kompagnon Watson.

Jedenfalls kümmern wir uns fortan um den Fall des kleinen Toms. Hierbei erkunden wir verschiedene Lokalitäten des früheren Londons. Dank Hund Toby können wir gleichzeitig Spuren verfolgen und so Gegenstände finden.

Jedes Kapitel bzw. jeder Abschnitt im Spiel hat seine eigene Storyline. Daher wollen wir natürlich nicht zu viel verraten und haben nur etwas über den ersten Abschnitt erzählt. Es lohnt sich jedoch, das Spiel zwecks der Story durchzuspielen, denn diese wird noch sehr interessant und turbulent. Und das sogar in den ersten vier Spielstunden.

Grafik

Wie könnte es anders sein, auch in diesem Titel hat sich die Grafik nochmals verbessert. Vergleicht man den Titel mit einem „Das Testament des Sherlock Holmes“ so sieht man einen enormen Sprung, welcher grafisch gemacht wurde. Das ist natürlich auch für das Spielgeschehen sehr schön, schließlich lassen sich so wesentlich besser Effekte einbauen und auch mehr Details kommen zum Vorschein.

Weniger gut dagegen ist, dass das Spiel an manchen Punkten grafisch diverse Einbrüche hat und zwar nicht nur in Sachen Frames und Lags, sondern auch wegen der Texturen.

Und auf der anderen Seite haben wir Abschnitte, wo grafisch enorm viel geboten ist durch wehendes Gras oder Dinge die einfach mal auf dem Boden herumwirbeln oder Reflexionen in Pfützen. Eventuell liegt es nur an der Konsolenversion, doch da wir diese testen, muss das erwähnt werden.

Doch für jene die auf Haare und Bärte stehen können aufatmen, sowohl die Haar-Animationen, als auch Haar-Texturen sind im Gegensatz zum Vorgänger erneut verbessert worden.

Leider und das darf auch nicht verschwiegen werden sind die weiterhin bestehenden Lags in diesem Titel. Während man beim ersten Sherlock Titel auf einer Konsole noch darüber hinweggesehen hat da es evtl. neu für den Entwickler war, so muss man dies nun kritisieren. Jenes Problem tritt nach über 3 Titeln auf Konsolen weiterhin auf.

Es ist aber auch nicht verwunderlich, wenn sich bei jedem Spiel gefühlt Entwickler und Publisher ändern, gibt es kein System und es wird auf nichts aufgebaut. Jeder Entwickler bzw. Publisher gibt dann seinen eigenen Senf mit dazu und daraus resultieren Sprünge in manchen Dingen wie Rätseln u. Grafik, aber wichtigere Dinge wie eine konstante Spielbarkeit wird gefühlt vernachlässigt. Das macht weniger Spaß und verärgert den ein oder anderen Kunden.

Sound

Dieser kann mit einem Wort beschrieben werden: wohltuend! Kutschen, Büsche, Gespräche auf der Straße, Loops während Verfolgungen oder gar Melodien die das Spiel und den Spieler begleiten einfach nur gut und passen perfekt in die Sherlock Holmes Reihe. Hier macht Sherlock Holmes: The Devils Daughter alles richtig. Ebenfalls wurde ordentlich synchronisiert, was den Charakteren sehr guttut. Auch wenn man sich an eine neue Stimme gewöhnen muss, so ist das nicht schlimm. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit fällt diese nicht negativ aus. Auch der Dialekt ist typisch für London und wurde 1 zu 1 übernommen. Dort wird bestes Mittelschicht Cockney gesprochen.

Auch die deutsche Sprachausgabe muss sich nicht verstecken, sowohl Watson als auch unser Sherlock Holmes klingen wie richtige Detektive und es gibt einen Widererkennungswert beider Charaktere. So muss das sein.

Leider haben es die Nebenrollen im Spiel nicht so gut, deren Stimmen passen teils überhaupt nicht zu den Figuren. Das merkt man besonders gut bei jüngeren Charakteren im Spiel. Entweder die Stimmen sind um einiges zu hoch oder um einiges zu tief. Gerade beim jungen Wiggins fällt das auf. Diesen kennen Sherlock Spieler nun seit ewig und 3 Tagen und haben seine Entwicklung mit begleitet. In diesem Titel klingt er aber nicht gut und auch die Proportionen des Körpers passen nicht.

Doch da man diese nur hin und wieder antrifft und benötigt, kann man darüber hinwegsehen.

Rätsel

Was wäre ein Detektiv-Action-Adventure ohne Rätsel? Richtig – schlecht. Doch habt keine Angst, in Sherlock Holmes: The Devils Daughter gibt es eine Menge Rätsel, die gelöst werden möchten. Sei es das knacken einer Truhe oder Tür, analysieren von Karten, untersuchen von Blut und anderen Gegenstände unter dem Mikroskop mit Chemikalien oder das zusammensetzen von Puzzleteilen. Hier glänzt das Spiel. Es wird nicht langweilig und ist ordentlich aufeinander abgestimmt und auch für Abwechslung ist gesorgt da es kaum zwei gleiche Rätsel nacheinander gibt.

Weniger schön ist die Beschreibung der Rätsel. Diese ist zwar vorhanden doch passt man eine Sekunde nicht auf, so muss man versuchen und hoffen, dass es klappt. Hier wäre etwas mehr Hilfe in Form eines Text Pop-ups ratsam. Vorherige Titel haben das wesentlich besser gelöst.

Doch obwohl die Rätsel und Aufgaben in diesem Teil sehr aufregend sind, so verschieben sie das Spiel gleichzeitig in ein neues Genre. Aus einem Detektiv-Abenteuer wird plötzlich ein Detektiv-Action-Adventure. Nichts gegen Verfolgungsjagden, aber wenn die Steuerung hierbei wie in unserem Test nicht präzise reagiert, gewisse Sinne bei Bewegungen nicht aktiviert werden können, man hierdurch wieder an den Startpunkt durch scheitern der Aufgabe gebracht wird, steigt der Frustpegel enorm. Ebenfalls wird man teils von Kugeln bei Verfolgungen getroffen, wo kein Gegner in Sicht ist. Man denkt der Gegner wäre hinter einem, dabei ist er vor einem. Hier passt das balancing leider überhaupt nicht und das reißt das Spiel etwas herunter. Dies wird besonders deutlich im ersten Kapitel bei der Verfolgung im Wald des Lords. Diese Stelle war wirklich sehr unschön zum spielen.

Hier merkt man ebenfalls den Einfluss eines anderen Entwicklers & Publisher. Und genau das ist das Problem mitunter bei den Rätseln. Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Gute Rätsel die Spieler in den Vorgängern gemocht haben – fliegen raus, Rätsel die das Spiel verfremden werden eingebaut, weil jemand an einem Schreibtisch es für gut gehalten hat, ohne auf die Community zu hören.

So baut man keine Spielgemeinschaft auf, sondern zerstört diese von Titel zu Titel immer mehr.

Pro

Keine Frage, man sieht eine konstante Weiterentwicklung der Reihe, sowohl grafisch als auch Storytechnisch. Das ist sehr schön da man sieht, dass nach wie vor Herzblut in jedem Titel steckt, egal aus welcher Feder, von welchem Coder der Titel kommt. Ebenfalls das bereisen verschiedener Orte macht Spaß und sorgt für ordentlich Abwechslung.

Die Interaktion mit Charakteren auf der Straße ist toll. Man kann einfach durch die Straßen Londons laufen und Gesprächen der Bewohner lauschen. Das ist wirklich nett und man erfährt auch einiges über die Stadt und die Verhältnisse aus der früheren Zeit.

Auch die Möglichkeit, sich bei unserem jungen Freund Wiggins die Zeitung zu holen und über Geschehenisse informiert zu werden ist toll. Ihr müsst wissen, jene Artikel beinhalten Informationen, die es tatsächlich im früheren London mal so gab. Wer also in Geschichte nicht aufgepasst hat, sollte in diesem Titel unbedingt regelmäßig zur Zeitung greifen und sein Wissen auffrischen.

Contra

Leider hat man nach wie vor ein Problem mit Ladezeiten des Grauens. 30 Sekunden für einen Ortswechsel sind offenbar zur Norm geworden. Das ist nicht mehr akzeptabel. Vergleicht man ein Open-World Spiel oder ähnliches Spiel mit Sherlock Holmes: The Devils Daughter, verliert der Sherlock Titel. Hier sollte dringend etwas getan werden, selbst auf dem PC sind Ladezeiten sind länger als bei anderen Titeln dieser Art.

Ebenfalls das Problem mit den 2D Texturen an manchen Stellen ist unschön und zeigt von keinem roten Faden, der sich durch das Spiel zieht. Evtl. war keine Zeit mehr für einen Test oder man hat es einfach in Kauf genommen. Sehr unschön.

Aber auch eine Steuerung, die in gewissen Momenten nicht ideal funktioniert, kommt vor. Gerade bei Verfolgungen taucht hin und wieder der Deckungsbutton nicht auf und ohne jene Meldung, wird die Interaktion nicht ausgeführt. Dies darf nicht sein, denn im schlimmsten Fall wird man getroffen oder erwischt und landet erneut am Anfangspunkt.

Leider muss dieses Thema zwecks der Genres ebenfalls angekreidet werden. Es ist nichts schlechtes dabei, ein Spiel weiterzuentwickeln, doch entfernt es sich damit vom eigentlichen Spielprinzip und Elemente passen so gar nicht in ein Spiel, wird es etwas kritisch. Denn einfach nur einer Geschichte folgen, ein paar Puzzleteile zusammensetzen und das Rätsel bzw. der Fall ist gelöst, gibt es bei The Devils Daughter nicht. Hier ist an manchen Stellen eine schnelle Reaktionsgabe gefordert. Es wirkt wie ein Countdown, der nicht da ist. Doch in gewissen Missionen hat man leider jene Zeitbalken die ablaufen und das setzt Spieler unter Druck. Hier waren die Vorgänger wesentlich angenehmer zu spielen.

Fazit

Können wir Sherlock Holmes: The Devils Daughter nun empfehlen oder nicht? Die Antwort ist leider nicht so einfach: Fans sollten bei einem günstigen Preis zuschlagen, Neulinge warten bis der Preis die magische 10,00 Euro Grenze unterschritten hat. Trotz diverser Patches kränkelt das Spiel auch weiterhin an jenen Punkten, die fast jeder Entwickler nach 1-3 Patches beseitigt hat. Performance steht leider nicht unbedingt auf der Agenda des Publishers. Das ist schade und darf nicht mittels Vollpreis unterstützt werden. Ironischerweise kann man jedoch sagen, dass beim nächsten Titel sowieso wieder jemand anderes hinter dem Spiel steht und die gleichen Probleme erneut auftreten.

Mittlerweile ist der Titel schon ein paar Monate und Jahre auf dem Markt erhältlich und man bekommt diesen durchaus für 9 Euro. Hier kann man ihn bedenkenlos kaufen, jedoch ist der Titel keine 30-60 Euro wert, außer einen stören sämtliche Kritikpunkte nicht. Genau deshalb kriegt der Titel von uns leider nur 6.8 von 10 Punkten. Spieler dürfen durchaus mehr Ansprüche an diese Reihe haben.

Unterhalb haben wir noch unseren #Livestream zu Sherlock Holmes: The Devils Daughter verlinkt. So kann sich ebenfalls jeder ein Bild davon machen!

KLICK

Sherlock Holmes: The Devils Daughter

8-40 Euro
6.8

Story

7.5/10

Grafik

7.0/10

Soundtrack

7.5/10

Performance

5.0/10

Pros

  • Grafische Verbesserungen für die Umgebung inkl. Haare u. Bärte
  • Abwechlsungsreiche Rätsel
  • Gute Synchronisation inkl. Musik

Cons

  • Performance nach wie vor mies
  • Genre-Verschiebung
  • Schwamminge Steuerung u. Interaktionen
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